FAQs - Häufig gestellte Fragen

Die Stadt Augsburg ist der Auftraggeber.

Die Sanierung des Staatstheaters und der Neubau inklusive Betriebsgebäude wurden allesamt vom Stadtrat im Zuge eines ordentlichen demokratischen Entscheidungsprozesses beschlossen.

Das Referat für Kultur, Welterbe und Sport vertritt den Nutzer. Die baufachliche Projektleitung und Koordination liegt beim Referat für Stadtentwicklung, Planen und Bauen.

Der Kostenrahmen des Gesamtprojektes lag 2015 gemäß Grundsatzbeschluss auf Basis einer ersten Kostenschätzung bei einer Summe von 186,3 Mio. Euro. Damals wurde die Baukostenindizierung noch nicht mit eingerechnet.

In der Folge kam es zu verschiedenen Kostensteigerungen, zuletzt 340 Mio. €, jeweils die Hälfte für Bauteil 1 und Bauteil 2. Gründe hierfür war die Notwendigkeit des Austauschs eines Planungsbüros, Veränderungen in der Planung des Bauteils 2, Kleines Haus, und allgemeine Baukostensteigerung durch Inflation. Im Juni 2022 wurde die Baufortsetzung mit den Kostensteigerungen durch den Stadtrat beschlossen.

Gemäß aktueller Kostenprognose  von Juni 2024 liegen die Gesamtkosten für die Sanierung und die Neubauten bei 416,7 Mio. €.  Hintergründe der Kostensteigerung sind die nicht vorhersehbaren und exorbitant gestiegenen Baupreise, welche unter anderem auf die bekannten Nachwirkungen der Corona-Pandemie, Lieferkettenprobleme sowie den Mangel an Fachkräften und zugleich einer großen Nachfrage an Bauprodukten und Bauleistungen zurückzuführen sind.

Der Freistaat Bayern als Fördergeber nach Bay FAG fördert die Gesamtmaßnahme mit 75 % der förderfähigen Kosten, was einer Kostenübernahme von ca. 50% der Gesamtkosten entspricht.

Damit unterstützt der Freistaat Baumaßnahmen an professionellen kommunalen Theatern und Konzertsälen und trägt damit insbesondere auch der Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Kulturbereich Rechnung.

Gemäß Vertrag zur Stiftung Staatstheater Augsburg beteiligt sich der Freistaat Bayern zu 50% an den laufenden Betriebskosten des Staatstheaters in der Interimszeit.

Der Betrag setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen:

  • Bauteil 1 (Großes Haus) und
  • Bauteil 2 (Betriebsgebäude mit Orchesterprobensaal, Probebühnen, Werkstätten, Verwaltung, öffentlicher Kantine, Ticket-Shop und Kleinem Haus mit Multifunktionsbühne)

 

Grundsätzlich beinhaltet die Planung zur Sanierung des Großen Hauses nur dringend für den Theaterbetrieb notwendige Maßnahmen. Bei Bauteil 2 wurden in vielen Bereichen Einsparungen vorgenommen um die Kosten zu reduzieren. Weitere Einsparungen würden einen funktionierenden Theaterbetrieb gefährden.

Das Kleine Haus ist eine Anforderung des Theaters sowie ein Ergebnis aus der Bürgerbeteiligung und daher ein unverzichtbarer Bestandteil der Planung.

Die Förderzusage des Freistaates, 75% der förderfähigen Kosten zu übernehmen, gilt nur beim Bau von BT1 und BT2/Kleines Haus. Ein Weglassen des Kleinen Hauses gefährdet die Förderzusage.

Auch bautechnische Gründe sprechen dagegen: das neue Kleine Haus beheimatet in seinem Keller die gesamte Gebäudetechnik für das Große Haus (Lüftungs- und Klimatechnik, Brandschutzanlagen etc.). Aus statischen Gründen muss das Kleine Haus fertig gebaut werden, um den Einbau der Technik zu ermöglichen.

Mit der neuen Lage neben dem großen Haus findet es einen seiner Bedeutung entsprechenden Standort. Für das Kleine Haus ist eine funktionale, wandelbare Ausstattung vorgesehen. Sie lässt neue performative und szenografische Formen zu, die den künstlerischen Ansprüchen eines Staatstheaters gerecht werden und alternative Publikumserfahrungen ermöglichen. Die Multifunktionalität der neuen Spielstätte ist ausdrücklicher Teil der Planung und soll die Nutzung durch externe Veranstalter deutlich erleichtern.

Die sechseckige Grundform des Multifunktionssaals des „Kleinen Hauses“ bietet bis zu 448 Besuchern Platz. Durch einen fast umlaufenden Umgang aus dem Foyerbereich und ein mobiles Tribünensystem werden fast unbegrenzte Zugangs- und Bespielungsvarianten möglich. Im Süden mündet der oberste Foyerbereich in der sogenannten „Skylounge“ mit kleiner Bar und attraktivem Ausblick Richtung „Fugger-Boulevard“.

Besonders aufgewertet wird diese Foyerzone, indem die bislang als Feuerwehrdurchfahrt ausgelegte Freifläche zwischen „Kleinem und Großem Haus“ zu einer geschlossenen Glasverbindungshalle umgewidmet wird. Sie dient einerseits als Haupteingang zum Kleinen Haus, und gleichzeitig als trockener Übergang ins Große Haus.

Die attraktive Theaterpassage wird zum Showroom für die Digitalsparte, in der die digitalen Angebote des Staatstheaters den ganzen Tag genutzt werden können. Zudem entstehen Game- und Coworking Spaces.

Insgesamt entsteht ein deutlicher Mehrwert, vor allem im Hinblick auf die gewünschte „Öffnung“ des Theaters für ein breites Publikum und die ganze Stadtgesellschaft.

Nein. Ein Baustopp oder Vergabestopp würde sich zusätzlich negativ auf den weiteren Zeitplan, die Fertigstellung der Bauteile 1 und 2 sowie die Kostenprognose auswirken und damit nicht zur Zielerreichung beitragen. Eine Verzögerung der Sanierung führt nicht zu Kosteneinsparungen, sondern vielmehr zu weiteren Kostensteigerungen. Nur die zügige und ungestörte Umsetzung der bereits baurechtlich genehmigten beziehungswiese schon im Bau befindlichen Planung ist als das nachweislich effektivste Mittel gegenüber weiteren Kostensteigerungen anzunehmen.

Als Beispiel: Laut dem Kosten -und Termincontroller Höcker EDR würde eine Baustreckung (Bau Kleines Haus 5 Jahre nach Fertigstellung vom BT2), 18 Mio.€ an Mehrkosten verursachen. Gründe hierfür: aufwendige Schutzmaßnahmen für den offenen Keller West, Umplanungen, Wiederholungsleistungen, Indexierung, Ausfallgebühren an die Fachplaner…

Es entstehen jährliche Kosten von ca. 1. Mio. € (Ofenhaus) bzw. 1,5 Mio.€ (martini). Darin sind enthalten Mietkosten, erhöhter Personalaufwand, erhöhte Logistikkosten. Es müssten zusätzliche Investitionen in die Theatertechnik von jeweils ca. 3 Mio. € getätigt werden. Bei einem Bauvolumen von 27 Mio. € für das Kleine Haus, würde sich bei dem Verbleib auf dem martini Gelände die Einstandortlösung nach 10 Jahren amortisiert haben, beim Verbleib im Ofenhaus nach 14 Jahren.

Dies geht einher mit drastischen Einschränkungen hinsichtlich der einsetzbaren bühnenszenographischen Mittel.

Diese sind für ein Staatstheater langfristig nicht zukunftsgerecht und werden dem Anspruch einer aufstrebenden Metropole mit überregionaler Strahlkraft nicht gerecht. Im künftigen „Kleinen Haus“ ist eine Bühnentechnik geplant, die technisch auf dem neuesten Stand ist. Auch szenographische Mittel, die Alternativen zur reinen, fixen Frontalbespielung durch eine flexible Tribüne (Arena o.ä.) sind dann möglich.

Nach derzeitiger Planung soll die Brechtbühne im Ofenhaus nach dem Auszug des Staatstheaters der freien Szene und lokalen und überregionalen Veranstaltern zur Verfügung gestellt werden und hier eine Versorgungslücke im Raumbedarf schließen. Dies wäre bei einem Verbleib des Staatstheaters im Ofenhaus nicht mehr möglich. Auch die wesentliche Forderung des Beteiligungsprozesses nach einer Öffnung des Theaters hin zur Stadtgesellschaft und zum Theaterviertel wäre mit einem dezentralen Standort nur bedingt möglich. Beim derzeitigen Planungsstand soll die Kasernstraße verkehrsberuhigt werden. Mit der geplanten, öffentlich zugänglichen Theatergastronomie im Bauteil  2 und dem neuen Standort des „Kleinen Hauses“ kann ein interessantes Platzkonzept mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen.

Die am Gaswerk errichteten Werkstätten sind nur teilweise auf die Größe der Interimsspielstätten angepasst und weder räumlich noch von Ihrer Kapazität her in der Lage, den zukünftigen Spielbetrieb am Kennedyplatz sinnvoll zu bedienen. Grundflächen und die Höhen der Werkstätten sind nicht ausreichend. Außerdem fehlen dort entsprechende Lager-u. Bereitstellungsflächen. Weiter wäre damit ein ständiger Transportbetrieb und die Notwendigkeit verbunden, auch am Standort selbst, Werkstätten für die Endmontage zu unterhalten. Die aktuellen personellen Kapazitäten des Theaters würden eine solche Trennung zudem nicht erlauben.

Die Sanierung des Staatstheaters ist ein Projekt enormen Ausmaßes, das gut geplant und baulich professionell umgesetzt werden muss. Dabei werden Arbeiten an denkmalgeschützten Gebäuden und entlang archäologischer Fundstätten durchgeführt, was besondere Sorgfalt erfordert.

Nach derzeitigem Stand der Planungen wird das Große Haus Ende 2029 baulich fertig gestellt.

Die Neubauten für das Betriebsgebäude und das „Kleine Haus“ (auf dem Technikkeller an der Volkhartstraße) sollen 2030 baulich fertiggestellt werden.

Im Anschluss daran erfolgt  die Übergabe an das Staatstheater, die die Gebäude dann für die Nutzung als Theater einrichtet.

Alle am Bau involvierten Parteien arbeiten mit höchster Priorität und Gewissenhaftigkeit daran, den aktualisierten Zeitplan zu halten – so wie es auch bei den vorherigen Zeitplanungen stets der Fall war. Aspekte, die jenseits der Erkenn- oder Vorhersehbaren liegen, können im Sinne einer fundierten und kalkulierbaren Projektplanung nicht einbezogen werden. Das gilt für die bisherige wie auch für die künftige Zeitplanung.

Das Große Haus wird umfassend saniert, technisch in allen Bereichen ertüchtigt und für die Zukunft fit gemacht. Der Denkmalschutz wird natürlich berücksichtigt.

Es entsteht das „Kleine Haus“ mit:

  • einer neuen multifunktionalen Spielstätte neben dem Großen Haus an der Volkhartstraße.
  • einer öffentlichen Bar und Gastronomie, die unabhängig vom Theaterbetrieb geöffnet ist
  • in der gläsernen Verbindung zwischen Kleinem Haus und Großem Haus entstehen Co-working Flächen und Präsentationsflächen für die Digitalsparte des Staatstheaters
  • neuem Technikkeller für das Große Haus (Sprinkler, Lüftung etc.)

Es entsteht ein neues Betriebsgebäude mit:

  • Werkstätten und Lagerflächen
  • Proberäumen für Orchester und Chor
  • Ballettsäle
  • Büros für die Theaterverwaltung
  • Räumen und Probebühnen für die Theaterpädagogik und Kulturvermittlung
  • Öffentlicher Theaterkantine
  • Theaterkasse
  • einer dritten Spielstätte „Metropol“ (ehemaliger Hoffmannkeller)
  • Attraktive Außenflächen mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Bürgerinnen und Bürger und einem Kultur-Spielplatz für die Jüngsten

Auch inhaltlich entsteht ein „neues Staatstheater“:

  • Vernetzt mit der Umgebung und anderen Kultureinrichtungen und der Freien Theater- und Kulturszene Augsburgs
  • Theater Campus Utopia: Orchesterakademie für Nachwuchsmusiker, Opernstudio für Nachwuchssängerinnen und -sänger (in Kooperation mit dem Leopold-Mozart-College), Kulturvermittlung für junge Menschen und partizipative Programme für Alle.
  • Ein neuer Ort für Augsburg: zum Verweilen, zum Genießen, Ausgehen, Lernen, Kultur erleben
  • ein offener Ort der Kunst, der Partizipation und der Begegnung im Herzen der Stadt!

Weitere Informationen finden Sie hier.