Finale Arbeiten in der Baugrube
Als letzte Vorbereitung der Baugrube wird im August ein sehr tiefreichender mittelalterlicher Keller auf dem Areal des ehemaligen Augustinerklosters Heilig Kreuz mit einer Einhausung geschützt. Er enthält eine außergewöhnlich gut erhaltene Fundschicht mit organischen Materialien wie Leder- und Holz. Solche Funde sind archäologisch besonders wertvoll, da sie nur unter speziellen, feuchten Bedingungen und ohne Luftkontakt über Jahrhunderte erhalten bleiben.
„Eine Bergung würde nicht nur einen erheblichen finanziellen, zeitlichen und konservatorischen Aufwand verursachen, sondern die empfindlichen Funde auch dem Risiko des schnellen Zerfalls durch Luftkontakt aussetzen. Der Erhalt vor Ort ist daher die fachlich sinnvollste und zugleich wirtschaftlichste Lösung“, so Grabungsleiter Günther Fleps.
Um diesen einzigartigen Befund dauerhaft zu schützen, verbleibt die Fundschicht im Boden. Die ca. 8,5 x 5m große Fläche wird mit 10m tief reichenden Bohrpfählen umringt und einer ca. 1m dicken Stahlbetonplatte nach oben abgedeckt. Anschließend kann das Betriebsgebäude an dieser Stelle sicher gegründet werden.
Für die Einhausung wird im Zeitraum von 17. bis 25. August das Ottmarsgässchen zwischen Einmündung in die Volkhartstraße bis einschl. Hausnr. 7 für den Autoverkehr gesperrt, um Platz für einen Autokran zu schaffen, der das notwendige Bohrpfahl-Gerät und Baumaterial in die Baugrube hebt.
Die Zufahrt zu den Grundstücken ist über die Heilig-Kreuz-Straße möglich. Ein Durchgang für Fußgänger ist auf der Nordseite des Ottmarsgässchens weiterhin möglich.